Eine kurze Geschichte der Vogelspinne

Spinnenarten — Von Spinne am 16.09.2010 um 14:37

Wenn man das Wort Vogelspinne hört, haben die meisten Leute direkt ein bestimmtes Bild vor Augen. Mit ihren langen und haarigen Beinen sind sie für Spinnenphobiker ein wahrer Graus. Und durch Filme wie „Tarantula“ oder „Arac Attack“ wurde der Ruf dieser Tiere natürlich nicht weiter gefördert (wobei ich zugeben muss, dass ich vor einer riesigen, mutierten Vogelspinne auch Angst hätte). Verdient haben diese Tiere es nicht, sind sie doch in der Regel harmlos. Von den gut 115 Gattungen (die sich noch einmal in 900 Arten unterteilen) sind lediglich zwei asiatische Gattungen gefährlicher. Tödlich sind die Bisse hier auch nicht, aber es kann schon vorkommen, dass man mehrere Tage Schwindel verspürt und die Muskeln sich verkrampfen. Ansonsten ist bei einem Vogelspinnenbiss die Gefahr einer Infektion durch Keime wahrscheinlich gefährlicher als der Biss.

zahlreiche Gattungen

Da es so viele Gattungen und Arten gibt, muss man bei der Terrariumseinrichtung aufpassen. Denn je nach Art muss man sich entweder für viele Klettermöglichkeiten entscheiden, an denen der Arachnide herumturnen kann oder es muss der Bodenbelag so gewählt sein, dass die Spinne sich gemütlich einbuddeln kann. Bei der Größe gilt für praktisch alle Arten: Nicht zu groß! Vogelspinnen haben auch in der freien Natur nur ein kleines Territorium, in welchem sie jagen. Achten Sie also lieber darauf, dass die Umweltbedingungen wie die Temperatur mitsamt Luftfeuchtigkeit gut sind und die Nahrung dem Tier zusagt. Bei den Pflanzen muss man natürlich aufpassen, dass sie sich mit den Umweltgegebenheiten vertragen, aber dann können sie auch für das Terrariumsklima zuträglich sein.

Entstehung des Namens

Besonders interessant ist es, wie die Vogelspinne zu ihrem Namen gekommen ist. Denn Vögel sind nicht die eigentliche Beute der Taranteln, eher größere Insekten oder bei größeren Arten auch kleine Nagetiere oder Skorpione. Ab und an fressen diese Arten dann auch mal einen Vogel, aber in der Regel nur Kleintiere oder verletzte Tiere. Für den Namen Vogelspinne hatte die Forscherin Maria Merian gesorgt. Auf einer Reise durch die Tropen hat sie ihre Eindrücke in Bildern festgehalten. Eines zeigte eine größere Spinne, die einen Kolibri fraß. Der Rest ist Geschichte. Und auch die Vogelspinnen selber sind lebende Geschichte. Sie sind nämlich länger auf diesem Planeten beheimatet, als wir wissen. Seit 350 Millionen Jahren bevölkern sie die Erde und waren damit 120 Millionen Jahre früher hier, als die ersten dokumentierten Krokodile.

Foto:Christian Schwier – Germany

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